20. Pendueles – Barru

Mein Wecker weckt mich gegen sieben Uhr, ich bin heute Nacht komplett zerstochen worden. Auch am Frühstückstisch beschweren sich die anderen, dass sie unzählige Mückenstiche haben… naja – lieber Mückenstiche als Bettwanzen ist mein Motto, also ärgere ich mich nicht allzu lange darüber.

Nach dem Frühstück mache ich mich gegen acht Uhr das erste Mal wieder alleine auf den Weg. Der Morgen ist schön, hinter mir geht die Sonne auf und zeigt sich mit einer beeindruckenden Morgenröte.

Schon nach einer knappen halben Stunde laufe ich an einer einsamen und wunderschönen Bucht entlang. Hier muss ich mich einfach hinsetzten und eine kleine Pause machen.

Hier atme ich mit geschlossenen Augen langsam tief ein und aus. Bedanke mich wir so oft für alles was ich habe und freue mich auf den neuen Tag auf dem Camino.

Genau wie in meinem Alltag zuhause verfalle ich auch hier auf dem Weg nach einigen Tagen in eine Art Hamsterrad. Ich will immer alles mitnehmen und nichts verpassen – leider finde ich dann keine Zeit für mich und meine Rituale.

So komme ich auch heute wieder an den Punkt, dass mir die Worte einer sehr guten Freundin im Kopf hängen „Slowly Sophie, slowly Sophie“.

Mit diesem Mantra im Kopf gehe ich den restlichen Weg nach Llanes. Diese Zehn Kilometer laufe ich gemütlich, mit offenen Augen und mit guten Gesprächen.

Diese Etappe ist wirklich atemberaubend – der Atlantik zur rechten Seite, die Felsklippen, Aussichtspunkte, Höhlen und blauer Himmel.

In Llanes kaufe ich ein, da ich vorhabe weiter zu einem Campingplatz am Meer zu laufen.

Die letzten Kilometer sind mal wieder anstrengend, da die Sonne brennt und es leider keine Schattenplätze gibt. Ich mache vermehrt Pausen und an einem Ort gefällt es mir so gut, dass ich mich kurzerhand hinsetzte und ein paar Minuten meditiere. Das Meeresrauschen ist einfach die perfekte „Hintergrundmusik“ dafür. Mein Pilgerfreund nutzt die Gelegenheit um ein traumhaft schönes Drohnenvideo zu erstellen. Wenn die Sonne nicht so stark wäre könnte ich hier Stunden verbringen.

Ein paar Kilometer weiter kommt endlich der besagte Campingplatz. Zelt und Isomatte also heute… kann man ja mal machen.

Schnell wird der Bikini angezogen und die letzten Sonnenminuten schwimmen gegangen – oder besser gesagt versucht. Das Meer hat sich in den letzten Wochen aber stark abgekühlt, ich gehe lediglich bis zu den Knien ind Wasser.

Schnell wird sich mit Brot, Käse und Wein an den Strand gesetzt und zu Abend gegessen. LUCKYME.

Als die Flut zurück kommt verändert sich die Lokation vom Strand zur Wiese und ich gucke den Surfern zu wie sie die letzten Sonnenstrahlen des Tages nutzen.

Danke Universum, dieser Tag war mal wieder unbezahlbar!